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Historie

Historie Beherrschend für das Ortsbild Lensahn ist die Anhöhe mit der St. Katharinen Kirche aus der Mitte des 13. Jahrhunderts, die sich in reizvollem Gegensatz zur Umgebung erhebt. Die massige St. Katharinen Kirche wurde einmal als eine der ansehnlichsten Dorfkirchen Schleswig-Holsteins genannt. Der gotische Schnitzaltar (Petrus-Paulus-Altar, um 1420/30), ist flankiert von frühbarocken Ölgemälden, die Christi Passion zeigen (1641). Der geschlossene Altar zeigt auf den Flügeltüren großfigurige Gemälde der Apostel Petrus und Paulus. In der Turmhalle steht die historische Glocke "Paulus" von 1670, die zersprungene Schwester der Glocke "Petrus" (1622) hängt noch im Turm. Am 29. Oktober 2000 wurde die im sächsischen Bautzen gebaute neue Orgel festlich eingeweiht.

Viele vor- und frühgeschichtliche Funde weisen auf eine lange Siedlungsgeschichte Lensahns hin. Eine Klimaverschlechterung in den ersten Jahrhunderten nach Christus führte zu einem Fortzug von Teilen der germanischen Bevölkerung. Dieser Vorgang ist als Völkerwanderung in die Geschichte eingegangen. In das bevölkerungsarme Gebiet wanderten im 7. Jahrhundert Slawen ein. Ein Stamm der slawischen Abodriten, die Wagrier, beherrschte Ostholstein bis ca. 1140. Viele Ortsnamen in unserer Gegend gehen auf die slawische Zeit zurück. So ist auch "Lensahn" slawischen Ursprungs und bedeutet "Bewohner des Brachlandes".

Im 12. Jahrhundert begann die planmäßige Besiedlung Ostholsteins durch ins Land gerufene deutsche Siedler. Die slawische Restbevölkerung blieb in eigenen Dörfern. Lensahn ist eine solche planmäßige deutsche Gründung und wird deshalb in mittelalterlichen Urkunden auch "Dudische Lensan" (1340) genannt, um es von der slawischen Siedlung "Wendesche Lensan" (Lensahnerhof) zu unterscheiden.

Das Dorf Lensahn bestand aus wenigen strohgedeckten Bauernhöfen (Hufen), mehreren Katen und einem Krug in der Nähe der Kirche. Die massige Katharinenkirche von 1250 prägt noch immer das Ortsbild und ist "eine der schönsten Dorfkirchen Schleswig-Holsteins".

Die Geschichte des Dorfes, das zunächst verschiedenen adligen Besitzern gehörte, ist entscheidend von der Entwicklung der mittelalterlichen Grundherrschaft zu der für Ostholstein typischen Gutsherrschaft, deren Hauptmerkmal die Leibeigenschaft wurde, geprägt. Seit 1650 gehören Gut und Dorf Lensahn zum Besitz der späteren Großherzöge von Oldenburg. Bis 1798 waren fast alle Einwohner des Dorfes Leibeigene. Nach dem Ende der Leibeigenschaft wurden die Dorfbewohner zu Zeitpächtern.

Im 19. Jahrhundert wurde Lensahn Verwaltungszentrum der umliegenden Güter der großherzoglichen Familie (Fideikommissgüter) und war durch eine von 1832 bis 1848 gebaute Chaussee mit diesen Gütern und Eutin verbunden.

 Chronik Lensahns
Die beschauliche Ruhe und Rückständigkeit des Ortes endete 1881 mit der Eröffnung der Eisenbahn von Neustadt nach Oldenburg. Damit hielt das Zeitalter der Industrialisierung endlich seinen bescheidenen Einzug in Lensahn und veränderte das Dorfbild. Mit der "Gründerzeit-Architektur" in der Bäderstraße und der Bahnhofstraße begann der Wandel vom Katendorf zum heutigen Erscheinungsbild.

Der Bahnhof hatte damals sogar ein Fürstenzimmer, weil das "Haus Lensahn" in Lensahnerhof die Sommerresidenz der Erbgroßherzöge von Oldenburg war. Erst 1928 wurde Lensahn mit der Auflösung der Gutsbezirke eine selbstständige politische Gemeinde.

Nach dem Zweiten Weltkrieg verdoppelte sich die Einwohnerzahl Lensahns durch die Ankunft der Flüchtlinge und Vertriebenen. Heute ist Lensahn ein ländlicher Zentralort mit über 5000 Einwohnern und ist Sitz der Amtsverwaltung der zum Amt Lensahn zusammengeschlossenen umliegenden Dörfer.

Uwe Stock
(Archivar)


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